10.09.2019

Nachdem ich mich gestern nach mehrmonatigem Schweigen zurückgemeldet habe, dachte ich mir heute, dass ich euch ein Update gebe, wie mein Leben zwischen dem 19. Januar und dem 10. September verlaufen ist. Das wäre dann aber auch schon wieder der letzte Beitrag für diese Woche, denn morgen setze ich mich in den Flieger nach Berlin, werde dort von meiner lieben Freundin Heike abgeholt, um nach einer Übernachtung bei ihr am Donnerstag meine eingelagerten Möbel auf den Transporter nach Wien zu laden. Freitagmorgen noch fix zum Zahnarzt in Berlin, ab in den Flieger nach Wien, dort die Möbel in Empfang nehmen, einen Teil in unsere Wohnung schaffen, den Rest in einen anderen Transporter umladen und zu den neuen Schwiegereltern ins Burgenland fahren. Samstag zurück nach Wien, den Transporter abgeben und dann zusammen mit Sabine für den Rest des Wochenendes unseren ersten gemeinsamen Workshop „Business Erfolg & Magie“ vorbereiten. Findet am 28.09. in Wien statt und gibt Dir den energetischen Arschtritt (auf die nette Art), dass Du Deine Ziele für 2019 doch noch erreichst. Montagmorgen um 5:00 Uhr aufstehen und um 7:55 Uhr wieder im Flieger nach Stuttgart sitzen. Kann ja sein, dass ich ein bisschen wehleidig veranlagt bin, doch irgendwie fehlt mir die Fantasie, wo ich bis nächste Woche noch ein Zeitfenster für einen Blogbeitrag einbauen kann… 😊

Wie gesagt, eigentlich wollte ich euch ein fixes Update bis heute geben. Nachdem ich versucht habe, meine Erinnerung aufzufrischen und dazu meinen Kalender bemüht habe, denke ich jetzt, dass heute erst einmal die Zeit bis Mai reichen muss. Sonst schreibe ich mir hier die Finger wund und ihr kommt morgen zu nichts anderem außer lesen.

Ich bin im Januar wieder zurückgekommen und mein letzter Zustand auf Bali war „ICH BIN“. Quasi ein 24 Stunden lang andauerndes „Ommmm“. Nach der Landung in Hamburg hätte ich am liebsten schon im Flughafen auf dem Hacken kehrt gemacht. Laut, hektisch, schnell. Eine Familie hat mit mir gemeinsam auf dem Flughafen Denpasar eingecheckt und ist mit mir gemeinsam in Hamburg ausgestiegen. Wir waren knapp 24 Stunden zusammen unterwegs. Warum die anfangen zu rennen, um 15 Sekunden einzusparen, nachdem sie ihre Koffer vom Band genommen haben, erschließt sich mir bis heute nicht. Vielleicht fahren die U-Bahnen in Hamburg nur alle sechs Stunden, ich weiß es nicht. Ich habe einen wunderbaren Abend mit meinem Sohn Bastian und seiner Freundin Diana verbracht in der Freien und Hansestadt und bin am nächsten Tag von meinem ältesten Sohn Patrick und seinen drei Kindern, meinen Enkeln, abgeholt worden. Eingetaucht in Familie und ich habe mich in Glücksgefühlen gesuhlt. Nach einigen Tagen im Norden bin ich bei Axel und Biene in Falkensee untergekommen, um mir meine neue Wohnung in Berlin zu suchen. Ein wunderbares möbliertes Zimmer, in dem ich maximal einen Monat bleiben wollte, weil: Wohnungssuche geht ja fix. Um es vorwegzunehmen: ich habe Glück gehabt und keine Wohnung gefunden. Aus einem Monat sind fünf Monate geworden und schlussendlich bin ich mit meinen Siebensachen aus Falkensee nach Wien zu Sabine gezogen. Aber der Reihe nach.

Meine Freundin Ines hatte mich für einen Karma Clearing Workshop am 12. Februar akquiriert. Nach anfänglichem Zicken meinerseits (wer braucht denn sowas???) habe ich mich ihrem hartnäckigen Werben hingegeben und zugesagt nach dem Motto „ich habe schon sinnfreier Geld ausgegeben“. Der Workshop fand in Ines Privatwohnung statt und ich war der erste Gast. Nachdem ich Ines begrüßt hatte und wieder aufblickte, sah ich am Ende des Flures eine Frau. Ich weiß nicht, ob du im Leben schon mal einen Moment erlebt hast, der nur mit dem Wort magisch richtig beschrieben ist. Ich habe diese Frau gesehen und wusste, zwischen ihr und mir wird etwas sein. Sofort, ohne jeglichen Zeitverzug, vollständig klar, und ohne jeden Zweifel. Sabine. Der Workshop selber war für mich ein tiefgreifendes Erlebnis, denn sie hat festgestellt, dass ich nicht richtig inkarniert war und hat mich mit meiner Lebensenergie verbunden. Wenn du mehr dazu wissen willst: Ruf mich an. Nach dem Workshop sind wir alle gegenüber zum Italiener gegangen und haben es uns gut gehen lassen. Irgendwann beim Essen haben Sabine und ich uns in die Augen gesehen und man sagt ja das Blicke Bände sprechen können. Wenn das so ist, dann hat dieser Blick eine ganze Bibliothek gesprochen. Einen solchen Blick hatte ich bis dahin noch nie mit einer Frau getauscht.

Rückblickend ist klar, dass wir seit dem Tag ein Paar sind und dort schon etwas auf die Schiene gesetzt haben, was seitdem unaufhaltsam rollt. Aber nur rückblickend. Ich hatte mich im Juni 2018 von jeglicher weiblicher Begleitung in meinem Leben getrennt und wollte diesen Zustand auf jeden Fall bis zum Ende des zweiten Quartals 2019, also rund ein Jahr lang aufrechterhalten. Von meinem 17. bis zum 57. Lebensjahr war ich nahezu ununterbrochen in Beziehung, hatte meine Reise zum Klären der Fragen „wer bin ich?“ und „halte ich es mit mir alleine aus?“ erfolgreich genutzt und wollte diesen Zustand ins ganz normale deutsche Leben übertragen. Dabei hat mir der Umstand geholfen, dass ich im Juni 2018 meine Libido und meine Potenz vollständig verloren hatte. Ich war zunächst gar nicht böse drum, denn im Laufe meines Lebens bin ich in die eine oder andere Beziehung aus rein sexuellen Gründen reingerutscht und nur schwer wieder rausgekommen und auch aus diesem Blickwinkel war ich ohne Potenz auf der sicheren Seite.

Am 26. Februar hatte Sabine Geburtstag und wieder einen Workshop in Berlin. Ich war bis zur letzten Sekunde hin und hergerissen, ob ich tatsächlich der von Ines vorgesehene Überraschungsgast der kleinen Feier beim Italiener sein wollte. Hin und hergerissen zwischen meiner Lebensplanung und der Impotenz auf der einen Seite und diesen meinem Gefühl zu dieser Frau auf der anderen Seite. Das Gefühl hat gesiegt, klar, wie kann es auch anders sein, sonst wäre die Geschichte ja hier schon zu Ende. Nach der Feier habe ich Sabines Koffer als Gentlemen der alten Schule in Ines Wohnung im fünften Stock ohne Fahrstuhl getragen. Oben angekommen habe ich mich verabschiedet und wir haben uns zum Abschied ein Küsschen auf den Mund gegeben. Es hat sich auf eine Art und Weise vertraut angefühlt, als ob wir das schon 1000-mal gemacht hätten. Heute wissen wir, dass wir es schon viele 1000-mal gemacht haben, nur eben nicht in diesem Leben, aber dass es eine Geschichte für einen anderen Beitrag. Am nächsten Tag habe ich Sabine mit klopfendem Herzen und einem Kloß im Hals eine Sprachnachricht gesandt, mit der ich sie über den Zustand meiner Manneskraft vollständig in Kenntnis gesetzt habe. Am folgenden Dienstagabend saß ich nichts ahnend in meinem Falkenseer Zimmer und bekam eine WhatsApp mit der Frage, was ich am kommenden Wochenende denn so vorhätte. Meine Antwort war sinngemäß „bisher nichts, aber ich habe das Gefühl, das ändert sich gleich“. Wir haben telefoniert und 30 Minuten später hatte Sabine den Flug von Wien nach Berlin und ich das Hotel Bristol in der Fasanenstraße gebucht.

Freitagabend habe ich sie in diesem sensationell romantischen Terminal C vom Flughafen Tegel in Empfang genommen. Ich hatte mir fest vorgenommen, sie direkt bei der Begrüßung richtig zu küssen, um mindestens diese Hürde schon mal genommen zu haben und nicht mit ihr in dieser beklemmend gespannten Erwartungshaltung im Auto durch die Stadt zu fahren. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, ich war so aufgeregt wie mit 13, als ich in der letzten Reihe des Kinos meiner Heimatstadt meinen ersten Kuss bekommen habe. Im Bristol haben sich dann zwei erwachsene Menschen mit jeder Menge Beziehungserfahrung eine gefühlte Ewigkeit regungslos gegenübergestanden. Wie zwei Teenager, die zwar gerne wollen, aber keine Ahnung haben wie‘s geht. Ich bin dann auf die glorreiche Idee gekommen, erst mal lecker was essen zu gehen. Essen ist immer gut. Aber irgendwann muss man zurück ins Hotel und sich dem Moment der Wahrheit stellen. Voller Stolz, voller Freude und voller Dankbarkeit darf ich heute sagen, dass der Moment als ich vor meiner Frau das erste Mal die Hose ausgezogen habe der Moment meiner größten Männlichkeit war. Ich habe mich ausgezogen in der völligen Gewissheit, „es“ nicht zu können. Ich war nackt, maximal verletzlich und habe mich meiner Frau ohne Ausreden und ohne Fluchtmöglichkeit gezeigt. Mehr Mann war ich davor nie. Meine Frau hatte sich bereits vorher komplett für mich entschieden, hat sich in Wien in ein Flugzeug gesetzt, um in 700 km Entfernung in einem Hotel das erste Mal mit ihrem neuen Mann eine Nacht zu verbringen in der Gewissheit, dass dieser Mann jetzt und vielleicht niemals fähig sein wird, sie zu penetrieren. Niemals zuvor hat eine Frau so eindeutig JA mir gesagt. Wenn ich daran denke, treibt es mir heute noch Tränen in die Augen. Wir sind dann ins Bett gegangen und haben uns geliebt. Die Details bleiben bei uns, auch wenn du jetzt vielleicht denkst „oooch Mann, immer wenn‘s gerade spannend wird…“  😉

Impotenz kann ein wahrer Segen sein. So ein Wochenende hat ja bekanntlich zwei Nächte und irgendwann in der zweiten Nacht hat Sabine in meinem Arm angefangen zu weinen und zu schluchzen. Als ich sie mit großen Kulleraugen angesehen habe sagte sie „du hast mir meine Würde zurückgegeben“. Wenn Du als Frau jemals sexuelle Erniedrigung erfahren hast, kannst du sicher nachempfinden, was für ein besonderer Moment das für uns beide war. Wer weiß, wie dieses Wochenende ausgegangen wäre, wenn ich zu dem Zeitpunkt meine Manneskraft beisammen gehbat hätte. Danke, Herr!

Alter Schwede, das ist jetzt ein Riesentext geworden und ich bin erst bei Anfang März. Na gut, es scheint so zu sein, als ob ich mein Update auf mehrere Häppchen verteilen muss. Noch zwei Anekdoten und eine Anmerkung. Die Anmerkung zuerst. Meine Potenz ist in der Zwischenzeit zurückgekommen und wir haben ein vollständig erfüllendes Liebesleben. Jeder von uns sagt unabhängig voneinander, dass wir den besten Sex unseres Lebens haben. Läuft… 😊 Vielleicht macht es gerade die besondere Ausgangssituation zu etwas ganz besonderem.

Die erste Anekdote: man wollte uns im Bristol etwas Gutes tun und hat uns ein Zimmer mit Tempur-Matratzen gegeben. Tempur-Matratzen passen sich dem Körper an, was sie super ist für einen erholsamen Schlaf, aber völlig kontraproduktiv für Turnübungen beim Sex. Auf einer Tempur-Matratze bewegst du dich wie ein Walross, das ächzend und stöhnend versucht an Land zu robben. Wir haben Tränen gelacht. Zweite Anekdote: am Sonntag habe ich Sabine zum Flughafen gebracht und bin danach mit dem Auto nach Baden-Württemberg gefahren, um in Aalen in einem Hotelzimmer zu übernachten, damit ich am Montagmorgen meinen Job pünktlich antreten konnte. Das erste, was mir in dem Hotelzimmer ins Auge fiel, war eine Papierpyramide mit der Aufschrift wie Vienna Calling. Die Hotelkette hatte gerade ihr erstes Haus in Wien eröffnet. Vienna Calling und ich hatte ein paar Stunden vorher eine Wienerin in den Flieger gesetzt. Manchmal neige ich ja dazu, begriffsstutzig zu sein, was die göttlichen Zeichen betrifft, aber das Ding war so plump, dass selbst ich es sofort verstanden habe. Ja, ne, is‘ klar… Danke, Herr.

6 Gedanken zu „10.09.2019

  1. Dirk Antworten

    Lieber Götz, alter Schwede, du hast echt ne Schreibe! Was hab ich gelacht, über deine Anekdoten, deine lockeren Sprüche und – da hat es mir den Atem verschlagen – natürlich NICHT über deine Offenheit! Das ist Ernst im positivsten Sinne und ganz großes Kino. Chapeau und meinen tiefsten Respekt.
    Ich kann mir das so richtig vorstellen und nachfühlen, denn mir ist es vor 15 Jahren, als ich meine heutige Frau im – verglichen mit dir – zarten Alter von 37 Jahren kennen lernte. Blicke, magische Momente, erste Küsse und verliebte Nächte. Bis auf die Impotenz, die mir bis heute – ich dachte immer zum Glück – erspart geblieben ist. Aber wenn ich deinen Text so lese, kann ich mich selbst auf dieses mögliche Erlebnis freuen.
    Bis dahin freue ich mich erstmal mit dir!
    Herzlich, dein Kriegerbruder Dirk

  2. Guido Antworten

    Moin Götz…..ich spüre ja schon seit Monaten Deine Schwingungen bis ins Tramuntana-Gebirge
    Als Mann war ich natürlich zunächst betroffen über Deine Potenz-Situation (Ohgott…wann trifft es
    mich ??) Sabine scheint aber ein Wiener-Talent zu haben, solche Dinge wegzukuscheln
    Das Zusammenspiel zwischen Seele und Körper schreibt eine neue Geschichte
    Deine Offenheit bewundere ich und natürlich wünsche ich Euch weitere tolle Momente und werde
    Deinen Blog aufmerksam verfolgen
    Herzliche Grüße an Dich & Sabine
    P.S: Ines war schon immer hartnäckig…..Berliner Wadenbeissermentalität eben

    • Heike Antworten

      Götz, es hat etwas gedauert bis ich es nochmal lesen konnte. Ich hatte ja das Glück es live zu hören als Du hier warst, um Deine Zelte in Berlin abzubrechen. Ich wünsche Dir so sehr, dass Deine Erfahrungen der letzten 12 Monate, die Dich schlußendlich in ein neues, erfülltes Leben an der Seite von Sabine geführt haben, Euch beide für dieses und weitere Leben verbinden.

      ….und schreib endlich ein Buch! Das Talent darfst Du nicht verschwenden…!🙃 Bitte führe Dein Tagebuch bald weiter…

      Alles Liebe für Euch beide “ kleine Schwester“🌺

  3. Bianka Antworten

    Lieber Götz,

    deine schonungslose Ehrlichkeit und diese Tiefe haben mich sehr berührt und mir viele Gänsehaut-Momente beschert. Vielen Dank dafür. Ich freue mich unendlich über euer Zusammenfinden.

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