Session 17 – Ostergespräch mit Götz

Session 17 – 04. April 2021 

Ostersonntag – der Bundespräsident spricht von Hoffnung. Spannendes Thema. Was ist Hoffnung und was steckt hinter: „keine falsche Hoffnung machen?“. Wer könnte etwas dazu sagen, wenn nicht Götz?

Ihr seht auch – die Stimmung war gut – wir hatten unseren Spaß, wenn auch das Gespräch sehr ernste Passagen hatte. Und Ihr seid alle aufgefordert, in den Kommentare mal zu schreiben, was für Euch Hoffnung ist und wie Ihr z.B. von einem Arzt informiert werden wollt. Die knallharte Wahrheit und doch mit Hoffnungsschimmer?

 

Im Gespräch wurde ein Video auf Youtube angesprochen. Hier den Link: Colonel McRaven Zum Thema Hoffnung

Hier geht es zur eigentlichen Session dieser Woche: „Gespräche mit Götz – Session 17“

 

4 Gedanken zu „Session 17 – Ostergespräch mit Götz

  1. Betty Antworten

    Lieber Götz, lieber Micha,
    danke, für das Thema: Hoffnung.
    Vor allen Dingen, was den Bereich der Medizin betrifft, den Umgang der Ärzte mit Patienten, habe ich meine ganz eigenen Erfahrungen gemacht, da ich sehr lange als Krankenschwester auf der Neurologie gearbeitet habe.
    Zunächst einmal, ist es ja so, dass jeder Arzt den Eid des Hippokrates ablegen muss. Dieser beinhaltet, u.a. ethische Grundsätze zu befolgen und Kranke in ihrem Leid zu schützen.
    Das ist die Theorie. Damals war es im Studium der Medizin leider so, das diese Themen fast gar nicht behandelt wurden, was sich wohl mittlerweile geändert hat, da das Studium modifiziert wurde. Themen wie Ethik oder Psychologie werden nun besser integriert. Jedoch sind, je nach Persönlichkeit des Arztes auch emphatisch Fähigkeiten ein Defizit. Dazu kommt der Zeitfaktor im gesamten Gesundheitswesen. Zeit, um sich mit einem Patienten auseinanderzusetzen geht gleich null Minuten. Manche Ärzte schauen erst kurz vor der Visite in deine Akte, um sich des Namens des Patienten bewusst zu werden. Sie kennen also deine persönliche Angst oder deine Fragen, die du hast, kaum bis gar nicht. Der Arzt bleibt im Außen. Er versucht Leben zu retten, aber rein pragmatisch. Was er nicht versucht, ist deine Seele zu retten, sich in dein Gefühl hineinzuversetzen, bleibt leider auf der Strecke. Und Hoffnung erwecken, würde für viele Ärzte bedeuten, sich mit Emotionen auseinanderzusetzen. Das ist ein hoffnungsloser Kreislauf.
    Ich umarme Dich, Betty

  2. Lille Antworten

    Ihr zwei! …ein weites Feld…
    Ich möchte im Umgang von Erkrankten, Menschen, die abschiedlich leben lernen müssen (tun wir eigentlich alle, nur wir ignorieren es so geflissentlich) gerne unterscheiden zwischen Hoffnungen und Illusionen. Erstere öffnen den Blick und trauen sich auch zu, in den Abgrund zu blicken. Letztere verschleiern den Blick bis hin zur Lüge, die nie wohlwollend sein kann, da sie die Kompetenz des anderen von vorneherein negieren. Darum plädiere ich für eine voll umfängliche ärztliche Aufklärung UND gleichzeitig dem darin steckenden medizinischen Erklärungsschlüssel für die Situation des jeweils betroffenen Patienten*.
    Und in diesem Kontext sind Hoffnung und Glauben/Vertrauen keine Gegenspieler mehr. Sondern bedingen und brauchen sich gegenseitig. Wie der Web-und der Schussfaden in der Tuchherstellung. Nur gemeinsam wirken (!) sie… Die Hoffnung stirbt nicht, auch nicht zuletzt, sie wandelt sich! Nicht Heilung und Überleben sondern heil-Sein und wahres Leben kommen ans Licht.
    Den Kampf gegen den Tod kann niemand gewinnen, aber den ums Leben! Und ob das Sterben als Teil unseres Lebens verstanden oder schon dem Tod in den Rachen geworfen wird – das muss jeder abschiedlich lebende Mensch entscheiden.
    Du, Götz, lebst momentan wohl lebendiger als zu manch anderem Moment deines vorherigen Lebens, weil du nur noch das Wichtige bedenkst und viel vom Rauschen der Welt ausblenden kannst. Das sollte uns allen jeden Tag gelingen – dafür, dass ihr zwei es aufzeichnet, habt DANK! Es gibt die Auferstehung mitten im Leben, um wahrhaft zu leben. Ihr macht aus dem Wort eine Tat.
    Mit zartfester Umarmung aus dem Land zwischen den Meeren, Eure Lille

  3. Mann an Land Autor des BeitragsAntworten

    Ihr Lieben, Eure Kommentare sind so bereichernd. Da kommen noch so viele Aspekte dazu, so eine Tiefe. Danke dafür und weiter so! Michael

  4. Georg vR Antworten

    Hallo Ihr Lieben,
    das Thema Hoffnung ist sehr interessant.
    Bei Wikipedia ist folgender Eintrag zu finden:
    Hoffnung (vgl. mittelniederdt.: hopen „hüpfen“, „[vor Erwartung unruhig] springen“, „zappeln“) ist eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung, gepaart mit einer positiven Erwartungs­haltung, dass etwas Wünschenswertes eintreten wird, ohne dass wirkliche Gewissheit darüber besteht. Das kann ein bestimmtes Ereignis sein, aber auch ein grundlegender Zustand wie etwa anhaltende Gesundheit oder finanzielle Absicherung. Hoffnung ist die umfassende emotionale und unter Umständen handlungsleitende Ausrichtung des Menschen auf die Zukunft. Hoffend verhält sich der Mensch optimistisch zur Zeitlichkeit seiner Existenz.

    Für mich ist die Hoffnung existentiell. Ich betrachte das Leben ebenfalls bestehend aus den 3 Abenteuern die Götz bereits erwähnt hat: Schwangerschaft, das Leben im Körper auf dieser Welt, das Weiterleben der Seele danach. Für mich wiederholt sich dieser Zykluss immer wieder.
    Aus dieser Warte hat die Hoffnung für mich einen anderen Stellenwert als für die Menschen, für die mit dem physischen Tod alles endet.
    Ich fühle mich für meine Hoffnung alleine verantwortlich. Ich höre mir an was die Ärzte mir sagen. Ich möchte gerne die ehrliche und offene Einschätzung des Arztes wissen. Aber auch die „Götter in weiß“ wissen nur sehr wenig. Ich entscheide dann selbst wieviel und welche Hoffnungen ich in was habe. Ich lasse mir von keiner Person der Welt meine Hoffnungen nehmen. Ob meine Hoffnungen so in Erfüllung gehen, weiß auch ich nicht.
    Lieber Götz, lieber Michael, ich freue mich auf euer nächstes Gespräch. Die Gespräche, ob live oder im Netz, haben auch meiner Frau und mir viele Anregungen gegeben.
    Vielen lieben Dank euch beiden
    Georg

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